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Cannabis Medizin Allgemein PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: cannabis   
Dienstag, 23. Juni 2009 um 15:19 Uhr
Hanf (Cannabis sativa und indica L.) hat dank der ausschließlich in ihm enthaltenen Cannabinoide auch therapeutische Wirkung. Die Anfänge der Geschichte seiner medizinischen Verwendung liegen bereits 5000 Jahre zurück. Vor allem die beiden Cannabinoide Delta-9-Tetra-Hydro-Cannabinol (THC oder Dronabinol) und Cannbidiol (CBD) werden eingesetzt, wobei CBD zumeist für antiepileptische und antipsychotische Wirkungen verwendet wird.

Die therapeutische Anwendung kann oral oder in gerauchter Form erfolgen, wobei Dosis sowie Wirkung stark von der Einnahmeform abhängig sind. Meist wird zur Vermeidung unerwünschter Nebenwirkungen eine einschleichende Dosierung angewandt. Hanf kann ausgehend von der natürlichen Pflanze in Form von getrockneten weiblichen Blüten und eventuell auch der Blätter (Hanfkraut) oder von Haschisch, oder als synthetisch hergestellte Cannbinoide in Form von Gelatinekapseln (Marinol, Dronabinol) eingenommen werden. Weiters finden natürliche Hanfpräparate Verwendung in der Homöopathie.

THC (und CBD) werden auf den folgenden Gebieten angewandt:

»
Spastik

bei Multipler Sklerose (MS), Querschnittserkrankungen, Schmerzzuständen, Missempfindungen, Zittern und Koordinationsstörungen der Muskulatur, Blasen- und Darmschwäche, übermässigem Harndrang
Dosis: 5-30mg täglich, eventuell auch mehr

» Bewegungsstörungen

bei hyperkinetischen Bewegungsstörungen wie Tourette-Syndrom, dystonischen Störungen wie spastischer Schiefhals und tardiven Dyskinesien
Dosis: 10-30mg täglich

» Schmerzzustände

bei Krebspatienten, Mittelmeerfieber, Migräne und anderen Kopfschmerzformen, degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates, Neuralgien, Phantomschmerzen, postoperatien Schmerzen, entzündlich bedingte Schmerzen (Arthritis, Colitis ulzerosa), Parästhesien (Kribbeln, Ameisenlaufen), Hyperalgesien (Überempfindlichkeit gegenüber selbst geringen Reizen) und allen Schmerzerkrankungen, die mit Schlaflosigkeit einher gehen oder bei denen eine Entspannung der glatten oder quergestreiften Muskulatur günstig ist, wie schmerzhafte Spasmen, schmerzhafte Menstruation etc.
Dosis: 10-50mg täglich

» Appetitlosigkeit &
Abmagerung

bei AIDS- und Krebspatienten, Hepatitis C, Magen-Darm- Erkrankungen mit Appetitlosigkeit und Ekel vor der Nahrung, Nahrungsverweigerung bei Morbus Alzheimer
Dosis: 5-20mg täglich

» Übelkeit & Erbrechen

bei Nebenwirkungen der Krebs-Chemotherapie, AIDS und Hepatitis C
Dosis: 10-50mg täglich

» Glaukom

zur Senkung des Augeninnendrucks um durchschnittlich 25 bis 30 %, gelegentlich um bis zu 50 %

» Epilepsie

bei generalisierter Epilepsie zur Kontrolle sonst nicht kontrollierbarer Anfallserkrankungen

» Entzugssymptome

bei Entzugssymptomatik bei benzodiazepin-, Opiat- und Alkoholabhängigkeit (sog. „Ausstiegsdroge“)

» Asthma

Eine Marihuanazigarette bzw. Vaporizer oder 15 mg THC oral entsprechen in ihrer Wirkung hinsichtlich der bronchienerweiternden Wirkung etwa der therapeutischer Dosen bekannter Asthmamittel wie Salbutamol. Wirkdauer: ca. 2 Stunden.

» Depressionen

bei reaktiver Depression im Rahmen schwerer Erkrankungen aufgrund stimmungsaufhellender Wirkung, in Volksmedizin auch bei endogener Depression und starken Ängsten

» Entzündungen

bei entzündlich bedingten Schmerzen und Symptomen (Arthritis, Colitis ulzerosa), wirkt allgemein entzündungshemmend

» Allergien

bei allergischem Asthma und anderen Allergien (Heuschnupfen, Tierhaarallergie) zur Linderung der Symptome

»Autoimmunerkrankungen

zur positiven Beeinflussung bestimmter Immunprozesse, etwa bei Multipler Sklerose (MS)

Tourette Syndrom

Das Gilles de la Tourette Syndrom, meist Tourette-Syndrom oder kurz TS genannt, ist eine komplexe neuropsychiatrische Erkrankung, deren genaue Ursachen bislang unbekannt sind. Es handelt sich dabei vermutlich um eine neurologische Funktionsstörung, welche sich in motorischen und sprachlichen "Tics" äußert, z. B. Augenzwinkern, Lautwiederholungen, Koprolalie (zwanghaftes Fluchen) oder Zwangshandlungen. Diese "Tics" können nicht kontrolliert werden, weshalb viele TS-Patienten von der Krankheit als "das Es in ihnen" sprechen. In Deutschland leben etwa 50.000 Menschen mit TS.

Die Allopathie behandelt TS symptomatisch mit Neuroleptika und anderen Psychopharmaka, die jedoch nur sehr begrenzt wirken und häufig mit erheblichen Nebenwirkungen einhergehen. Bei viele Patienten hat die Einnahme dieser Medikamente keine Verbesserung der Lebensumstände zur Folge, sondern sie werden dadurch vielmehr "ruhiggestellt", um andere nicht mehr zu stören bzw. sich selber nicht mehr zu verletzen und/oder in Gefahr zu bringen. Werden diese Medikamente über einen längeren Zeitraum eingenommen, so können sie ihre Wirkung verlieren, was einen Rückschlag bedeutet.

Ende der 90er Jahre publizierte die medizinische Fakultät Hannover die Ergebnisse einer Umfrage unter 47 Tourette-Patienten hinsichtlich ihrer Erfahrungen mit Nikotin, Alkohol und Hanf bezüglich ihres Einflusses auf die Tics. 7 % der Raucher (2 Personen) verspürten Verbesserungen durch Zigarettenkonsum. 69 % der Alkoholkonsumenten (24 Personen) erlebten zwar eine deutliche Verbesserung in Form von Verminderungen der sprachlichen und motorischen Tics, aber auch eine regelmässig eintretende Verschlechterung am nachfolgenden Tag für einige Stunden. 85 % der Hanfkonsumenten (11 Personen) berichteten von deutlichen Verbesserungen der Tics, ohne dass dabei unerwüschte Nebenwirkungen eintraten.

Diese Umfrage bildete die Grundlage für eine Pilotstudie mit 12 Tourette-Patienten. Diese randomisierte doppelblind, placebokontrollierte, cross-over Studie, bei der eie Patienten einmalig mit delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) (5,0, 7,5 oder 10,0 mg) behandelt wurden, ergab, dass eine THC-Behandlung die Symptome für mehrere Stunden reduziert. Dabei wurden neuropsychologische Tests durchgeführt, die keinen Einfluß von THC auf kognitive Funktionen wie selektive und geteilte Aufmerksamkeit, Langzeit-, Kurzzeit- und visuelles Gedächtnis, Lernleistung, allgemeines Leistungsniveau, kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit, Reaktionszeit, Konzentration und Depression zeigten.

Eine Folgestudie mit sechswöchiger Therapiedauer und mehr Patienten bestätigt die Ergebnisse. Es wurde das US-Präparat Marinol® verwendet.

» Kontakt Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. (Medizinische Hochschule Hannover)
» Linkswww.tourette.at
www.hanfheilt.de
www.chanvre-info.ch
Zuletzt aktualisiert am Samstag, 19. September 2009 um 21:11 Uhr
 

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